Q. Was macht eigentlich eine Patentverwertungsagentur?
BRAINSHELL beschäftigt sich mit der Begutachtung und der Vermarktung von Spezialergebnissen aus der Forschung. Was an brandenburgischen Hochschulen, Universitäten und anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen an Innovationen entsteht, besonders exzellent und wirtschaftlich nachgefragt ist, gilt es aufzugreifen, zu schützen und der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist dabei, dass diese Ideen schutzrechtlich sicherbar – also patentierbar sind. Sie müssen einmalig, nützlich und wertvoll sein. Die Unternehmen, welche die Innovationen später umsetzen, müssen sicher sein, dass sie diese Innovationen exklusiv nutzen können.
Q. Was unterscheidet BRAINSHELL von einem Patentanwalt?
BRAINSHELL ist in der Lage, eine Idee zu erkennen, das wirtschaftliche Potenzial zu erfassen und in ihrer Wirtschaftlichkeit zu bewerten. Es ist viel Gespür nötig, um eine Innovation als solche zu identifizieren. Darüber hinaus ist ausgeprägtes Fachwissen notwendig, um diese Innovationen auch bewerten zu können. Das Team von BRAINSHELL verfügen über diese Kombination aus Gespür und Fachwissen. Ein Patentanwalt kümmert sich hingegen um die vielfältigen Fragen, ob eine Technologie schützbar ist, aber er kann nicht sagen, was die Innovation wert ist. Dies ist für die Unternehmen, die nach neuen Ideen suchen, jedoch ein entscheidender Punkt. Und damit auch für die Erfinder, die davon profitieren.
Q. Wie sieht der Markt für Patente aus?
Der Markt für Patente wächst stark. Viele Unternehmen suchen nach brauchbaren neuen Ideen, die sie - vorzugsweise ausschließlich - nutzen können. Es gibt ständig Innovationsbedarf, um im Wettbewerb eine bessere Position zu erreichen. Und fast alle Wege dorthin führen heute über Innovationen. Da geht es um verbesserte Produktionsprozesse, um eine effizientere Software, um das Einsparen von Rohstoffen oder auch völlig neue Prozesse und Verfahren, die ein Unternehmen durch Innovation höher positionieren als seinen Wettbewerb.
Q. Sind sich Forscher dessen bewusst, dass ihre Innovationen nicht nur wissenschaftlich, sondern auch wirtschaftlich interessant sein könnten?
Es gibt ein grundlegendes Bewusstsein, das in der Forschungslandschaft jedoch noch ausbaufähig ist. Allerdings geht es auch Forschern nicht mehr allein um theoretischen Ruhm. Es geht auch um Geld. Durch das Bewerten von Wissen und das Verbinden mit einer sinnvollen Anwendung im Unternehmen wird ein neues Prädikat – ein neuer Wert – geschaffen: Was ist Wissen wert. Diese Frage ist heute ganz entscheidend.
Die Zeiten, in denen nur Produkte zählen, gehen zu Ende. In Deutschland werden Innovationen noch immer sehr stark mit Produkten, und nicht mit dem Wissen verbunden. Die Schwierigkeit ist, dass es in der gesamten Kette – Erfinder, Verwerter, Unternehmer, Kreditinstitute und Kapitalgeber – oft keine Experten dafür gibt, die bewerten können, was eine bestimmte Software oder bestimmte Idee wert sein könnte. Was ein fertiges Produkt kosten könnte ist bekannt. Aber was der Rohstoff, das Wissen wert ist, weiß niemand. Diese Antwort liefert BRAINSHELL.
Q. Wie wird die Bewertung von Wissen bei BRAINSHELL umgesetzt?
Das BRAINSHELL-Team besteht aus Menschen, die eine wissenschaftliche Ausbildung haben und gleichzeitig auch solides wirtschaftliches Know-how besitzen. Diese Doppelausbildung ist notwendig, um die Forscher zu verstehen und die Bedürfnisse und Ansätze kommerzieller Verwerter auszuloten. Man muss sich für neue Technologien begeistern können, die Kulturen der Partner kennen. Aber noch wichtiger ist, dass BRAINSHELL klare Kriterien dafür hat, wie das Wissen monetär bewertet werden kann.
Q. Wie werden Werte bei BRAINSHELL konkret ermittelt?
Erfahrung, genaue Kenntnis des Marktes und Instrumente, mit deren Unterstützung sehr genau ermittelt wird, welches Einsparpotential oder welche Produktivitätssteigerung erreicht werden kann, sind Grundlage für die Ermittlung des Wertes von Wissen. Banken und Kapitalgeber sind in vielen Bereichen tätig – da braucht es einen seriösen Makler, der Erfahrungen vorlegen kann – argumentieren kann, weshalb die Innovation einen bestimmten Wert hat. Schließlich gehen Unternehmen und Kapitalgeber Risiken ein, wenn sie sich auf etwas Neues einlassen. Deshalb ist es BRAINSHELL wichtig, die Bewertungskriterien und -ergebnisse so transparent wie möglich darzustellen.
Q. Wie sieht die konkrete Situation am Markt aus?
Von den patentierten neuen Ideen der brandenburgischen Forschungseinrichtungen sind heute 25 % gewinnbringend verwertet, Tendenz steigend.
Q. Wie reagieren Wissenschaftler auf BRAINSHELL?
Durchweg positiv. Dabei gibt es immer wieder auch Erfahrungsprozesse, die gemeinsam durchlaufen werden. Das Vermitteln zwischen Forscherkultur und Unternehmenskultur ist hoch-komplex. Es geht teilweise um große Geldsummen. Da ist eine vermittelnde Agentur, welche bewertend eingreift notwendig.
Q. Welche Sicherheiten bietet BRAINSHELL?
Brandenburg ist ein hoch-innovatives Bundesland. BRAINSHELL steht im engen Kontakt zu der brandenburgischen Forschungslandschaft. Darüber hinaus kennt BRAINSHELL die richtigen Ansprechpartner in der Wirtschaft sowie deren Bedürfnisse. Es ist entscheidend, das gesamte Netzwerk der Menschen, die an Forschung, Entwicklung und Verwertung beteiligt sind, zu kennen.
Brainshell ist ein Projekt der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH.



